Am Weiher

Erstellt am: 12.08.2015 | Kategorie(n): Allgemein

So sehr habe ich mich nach dem Wasser gesehnt, nach der ruhigen und friedvollen Umgebung dieses Bade-Weihers, der als Geheimtipp gilt… nun bin ich schon seit den frühen Vormittagsstunden hier und GENIESSE alles aus ganzem Herzen ! Die Sonne versteckt sich noch etwas, es ist noch nicht brütend heiss. Praktisch allein im und am herrlich erfrischenden Wasser, umgeben von alten Bäumen, Wasserpflanzen, kleinen Fischchen um meine Füsse… Erholung pur für meinen Körper und meine Seele… endlich hab ichs geschafft, mir die Zeit dafür zu nehmen, mich selber hier zu verwöhnen. Ich liebe es !

Am Weiher

Bis am Nachmittag geht alles wunderbar – dann werde ich plötzlich von allen Seiten von stichwütigen Bremen attackiert… die Sonne scheint nun mit aller Kraft – uff, habe ich mich genug mit Sonnencreme geschützt oder sollte ich lieber in den Schatten ? Die Umgebung füllt sich nun mit Teenagern, die am Handy lautstark telefonieren, mit kleinen plantschenden und schreienden Kindern und mit anderen lieben Mitmenschen, die offenbar nicht die Ruhe suchen, sondern gerne alle rundherum über ihre aktuellen Themen wissen lassen…

Kennt Ihr solche Geschichten ? Man sehnt sich nach Etwas (oder jemanden…), dann erreicht man endlich das Ziel… anfangs ist alles wunder-voll und dann… kommt es plötzlich zu „Störungen“…

Wie reagiere ich nun ?

Ich könnte natürlich wütend meine Sachen packen und heimgehen, insgeheim den Anderen die „Schuld“ an meiner gestörten Ruhe zuschiebend… Sie haben mir schliesslich den so ersehnten Tag „verdorben“ und mein restlicher Tag wäre auch nicht mehr zu retten, ich fühle mich ja als Opfer..

Oder ich kann noch eine Weile ausharren und spüren, was das Alles mit mir macht, ob ich jetzt noch da bleiben mag oder ob ich meine Grenzen spüre und ihnen auch Raum gebe, indem ich mich langsam wieder hier löse, um meinen Tag woanders ausklingen zu lassen, wo es mehr meinem Herzen entspricht.

Diese Szene passt ja nicht nur zum Weiher – sie spiegelt auch allgemein unsere Beziehungen. Oft sind diese ja am Anfang himmelhochjauchzend, bis sich die ersten Wermuthstropfen hineinmischen… und wie reagiert man dann ?

Dem Anderen die Schuld zuschieben und flüchten, darauf hoffend, dass es das nächste Mal bestimmt anders sein wird…?

Oder hinspüren, was denn das alles MIT MIR zu tun hat, wo meine Knöpfe gedrückt werden und vielleicht auch WARUM ?

Und dann in aller Ruhe entscheiden: mag ich da noch ausharren und dem Ganzen (und MIR) noch etwas Zeit zum Sich-Entwickeln geben ? Oder komme ich an Grenzen, wo ich gerade etwas Abstand brauche und ziehe mich zurück, um mich zu erholen ? Das Zweite heisst ja nicht, dass ich GANZ aussteige… aber eben, Abstand und In-Sich-Gehen ist oft „not-wendend“…

So habe ich also am Weiher meine Sachen langsam und in Ruhe zusammengepackt, habe mich verabschiedet und mir den Abend woanders herzvoll gestaltet.

Aber bereits jetzt, am nächsten Tag, spüre ich wieder die Sehnsucht nach der Ruhe und Stille am Wasser, an diesem speziellen Weiher … und freue mich auf Morgen, wo ich wieder dorthin fahren kann und mich bestimmt wieder neue Erfahrungen erwarten werden 🙂 .

 

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